Handel & FMCG

Merchandising-Kompetenz im Handel und in der FMCG-Branche: Regalschulung per Simulation

Das Regal entscheidet über den Verkauf, doch Merchandising-Kompetenz bleibt der Beobachtung, dem Test oder dem Versuch am echten Regal überlassen. Wir zeigen, wie SimAna Planogram das Regalbauen an sechs kommerziellen Kriterien misst und es mit Live-Bewertung und begründetem Feedback entwickelt.

27. Juli 2026SimAna Akademi8 Min. Lesezeit
Merchandising-Kompetenz im Handel und in der FMCG-Branche: Regalschulung per Simulation

TL;DR: Im Handel und in der FMCG-Branche entscheidet das Regal über den Verkauf — die Merchandising-Kompetenz wird aber weiterhin per Beobachtung, per Multiple-Choice-Test oder am echten Regal geprüft, und keine dieser drei Methoden ist zugleich objektiv und günstig. SimAna Planogram ist eine Simulation, die das Regalbauen anhand von sechs kommerziellen Kriterien bewertet: Die Teilnehmenden bauen das Regal per Drag-and-drop, sehen den Punktestand sofort und erhalten begründetes Feedback.

Im Einzelhandel und bei schnelldrehenden Konsumgütern (FMCG) wirken Regalaufbau und Produktplatzierung unmittelbar auf die Verkaufsleistung. Die Kompetenz der Außendienstteams in diesem Bereich zu messen und zu entwickeln, ist für jede Organisation ein kritischer Prozess. Die Grenzen der traditionellen Methoden machen es notwendig, räumliche Entscheidungsfähigkeit in einer digitalen, risikofreien Umgebung zu prüfen.

Merchandising-Kompetenz und das Messproblem

Die Merchandising-Kompetenz von Außendienstteams wird üblicherweise auf drei Wegen beurteilt. Jeder davon birgt eigene operative Risiken oder Effizienzverluste:

  • Beobachtung vor Ort: Die Beurteilung erfolgt durch die Augen einer Gebietsleitung. Der Prozess hängt an der Person, skaliert nicht und bietet keine objektive Vergleichsgrundlage.
  • Multiple-Choice-Tests: Sie messen theoretisches Regelwissen. Räumliche Umsetzungsfähigkeit und Urteilskraft in komplexen Regalszenarien lassen sich so nicht analysieren.
  • Versuch am echten Regal: Ein falsch aufgebautes Regal kostet Umsatz, solange das Produkt dort steht. Hier schlägt sich der Preis des Lernens direkt als Absatzverlust nieder.

Die Simulation SimAna Planogram ist ein Schulungs- und Messwerkzeug, das genau diese Probleme beseitigt.

Planogramm-Software und Planogramm-Simulation sind nicht dasselbe

Der wesentliche Unterschied zwischen einer Planogramm-Simulation und einer Planogramm-Unternehmenssoftware liegt im Zweck und im Ergebnis.

  1. Planogramm-Unternehmenssoftware: Ihr Zweck ist es, die endgültige Regalplandatei für die Filiale zu erzeugen. Erfolgsmaßstab ist, ob sich der Entwurf physisch umsetzen lässt.
  2. SimAna Planogram: Der Zweck ist, die Fähigkeit zum Regalaufbau zu vermitteln und zu messen. Ergebnis sind Punktzahl, Rangliste und ein detaillierter Kompetenzbericht. Erfolgsmaßstab sind die Lernkurve der Teilnehmenden und die Stimmigkeit ihrer kommerziellen Entscheidungen.

Sechs kommerzielle Kriterien für den Regalaufbau

Jedes in der Simulation gebaute Regal wird von einem regelbasierten Algorithmus anhand von sechs Kernkriterien bewertet. Diese Kriterien sind die Bausteine der Handelsarithmetik:

1. Sichtzone (EYE)

Der Anteil vorrangiger, margenstarker Produkte in den mittleren Regalböden, wo Kundinnen und Kunden am schnellsten zugreifen. Analysiert wird, ob strategische Produkte den richtigen Böden zugewiesen wurden.

2. Blockbildung (BLOCK)

Gemessen wird, ob Produkte derselben Marke als ein Block im Regal stehen oder über es verstreut sind. Von einem intakten Block hängen Markensichtbarkeit und Lesbarkeit des Regals ab.

3. Facing-Anteil (FACING)

Geprüft wird, ob die horizontale Verteilung der Produkte im Regal den Zielvorgaben des Unternehmens oder den Marktanteilen entspricht.

4. Kategoriefluss (FLOW)

Kontrolliert wird, ob die Segmente — etwa Premium, Standard, Economy — in einer logischen Reihenfolge angeordnet sind. Ziel ist ein Fluss entlang des Entscheidungsbaums der Kundschaft.

5. Referenztreue (COMPLY)

Ein Zahlenwert dafür, wie genau sich die Teilnehmenden an den vorgegebenen „Perfect Store“ beziehungsweise das Referenzlayout gehalten haben.

6. Regalfüllung (FILL)

Bewertet wird, ob die vorhandene Fläche effizient genutzt und wie mit Lücken umgegangen wird. Ungenutzte Fläche soll möglichst gering bleiben.

Wie die Simulation funktioniert

Der Simulationsprozess besteht aus drei Hauptphasen:

  • Szenarioaufbau: Die Trainerin legt Regaleinheit, Produktbibliothek und Gewichtung der Kriterien fest. Verschiedene Szenarien sind wählbar — Getränkeregal, Neuprodukteinführung oder Kategoriemanagement.
  • Sitzung und Umsetzung: Die Teilnehmenden bauen das Regal per Drag-and-drop. Punktzahl und Rangliste aktualisieren sich bei jeder Platzierung live, sodass die Wirkung einer Entscheidung sofort sichtbar wird.
  • Feedback und Diskussion: Am Ende der Sitzung liefert das System begründetes Feedback. Nicht nur die Gesamtpunktzahl, sondern auch, welches Kriterium warum verfehlt wurde. Gemeinsam mit der Trainerin werden das stärkste und das schwächste Regal im Raum verglichen.

Pädagogischer Wert und Teamarbeit

Die SimAna-Plattform unterstützt erfahrungsorientiertes Lernen über Geschäftssimulationen. Planogram lässt sich einzeln oder im Teammodus spielen.

Im Teammodus kommt ein „Stift“ zum Einsatz — ein Steuerungstoken. Die Teammitglieder ordnen das Regal abwechselnd, während die übrigen den Vorgang live verfolgen. Diese Struktur bildet die Aushandlung einer Kategoriemanagement-Sitzung digital ab. Entscheidungen innerhalb einer gemeinsamen Strategie treffen zu müssen, stärkt die teamübergreifende Kommunikation und die Fähigkeit, gemeinsam zu entscheiden.

Fazit und Ausblick

Die Digitalisierung der Merchandising-Kompetenz macht datengestützte Weiterbildung erst möglich. SimAna Planogram gibt den Teilnehmenden eine risikobereinigte Umgebung, um kommerzielle Entscheidungen auf Simulationsbasis zu treffen.

Die Phase „ökonomisches Modell“ auf der Entwicklungs-Roadmap wird die Wirkung von Regalentscheidungen auf Marktanteil und Umsatz über die Zeit hinweg simulieren. Handelsprofis erleben dann nicht nur das Regal des Augenblicks, sondern auch dessen langfristige kommerzielle Folgen.

Um die Kompetenz von Außendienstteams und Führungskräften zu messen, Lücken zu erkennen und eine gemeinsame operative Sprache zu etablieren, lassen sich die SimAna-Lösungen in bestehende Weiterbildungsprogramme integrieren.

Unternehmenssoftware erzeugt die endgültige Regaldatei für die Filiale und wird daran gemessen, ob sich dieser Entwurf umsetzen lässt. Eine Simulation existiert, um die Fähigkeit zu vermitteln und zu messen; ihr Ergebnis ist keine Regaldatei, sondern Punktzahl, Rangliste und Kompetenzbericht. Beide ersetzen einander nicht — sie ergänzen sich.
Die Bewertung erfolgt regelbasiert über sechs Kriterien: Sichtzone, Blockbildung, Facing-Anteil, Kategoriefluss, Referenztreue und Regalfüllung. Da die Gewichtung der Kriterien von der Person festgelegt wird, die das Szenario aufsetzt, spiegelt die Punktzahl die kommerziellen Prioritäten des Unternehmens wider und wird für alle Teilnehmenden desselben Szenarios nach demselben Maßstab berechnet.
Im Teammodus wandert ein Steuerungstoken namens „Stift“ zwischen den Mitgliedern: Eine Person ordnet das Regal, die anderen verfolgen und diskutieren live mit. Das holt die Aushandlung einer Kategoriemanagement-Sitzung in einen digitalen Raum und verlangt, Entscheidungen innerhalb einer gemeinsamen Strategie zu treffen und zu begründen.
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